Sonntag, 6. Juli 2014

Berlin Wall


Der Sustenpass ist nicht nur für Boulderer ein Paradies. Derselbe feste Fels, aus dem die Blöcke bestehen, baut auch die umliegenden Gipfel auf. Hier finden sich schöne Mehrseillängentouren mit relativ kurzem Zustieg und plaisirmässiger Absicherung. Heute haben wir uns für die Route "Berlin Wall" am Guferstock, dem äussersten Felszacken direkt oberhalb des Sustenbrügglis entschieden (Bild unten).

Der Ausgangspunkt ist der Parkplatz zwei Kurven nach dem Sustenbrüggli vor der Passhöhe (bei P. 2130).  Wir folgen zu Beginn dem Wanderweg und verlassen diesen erst, um zur Wand hinüberzuqueren. Die ersten zwei Seillängen gehören zum Vorbau, vom zweiten Stand könnte über ein Grasband aus der Wand gequert werden. Die nächsten drei Seillängen sind steiler und interessanter. Die letzte Seillänge führt dann bis knapp unter den Gipfel, der von dort aus schnell erreicht ist.

Dunkle Wolken, die sich schon seit längerem hinter dem Chli Sustenhorn aufbauen, drängen uns zum Abseilen (über die "Canto di Mala Vita", max. 30 m). Das Gewitter bleibt aber aus und wir können den gemütlichen Tag in den Bergen stressfrei ausklingen lassen.

Die Routen führen durch den rechten Wandteil. "Canto di Mala Vita" folgt mehr oder weniger der Falllinie des höchsten Punktes, "Berlin Wall" befindet sich noch weiter rechts. Ein aktuelles Topo findet sich im Filidor-Führer "Steingletscher am Sustenpass". Die Route ist sehr gut mit Bohrhaken ausgerüstet, zusätzliche Sicherungsmittel sind nicht notwendig.


Samstag, 14. Juni 2014

King Size


"King Size" ist eines der besten Boulderprobleme am Sustenpass. Schon immer mal wollte ich die Züge in diesem grossen überhängenden Schild versuchen. Als mir Aldo und Heinz erzählten, dass sie am Samstagmorgen hinfahren wollen, war ich schnell motiviert. Der Fels liegt einsam weit hinten im Tal. Aldo und Heinz wollten mich für einen Flash-Go überzeugen. Ich versuchte mich so gut wie möglich an den wenigen Griffen am Block, die nicht zu "King Size" gehören, aufzuwärmen. Die rechte Schulter spürte ich immer noch ein wenig, doch da es in der Linie keinen Schulterzug auf rechts gibt, sollte das nicht stören. Den Flash vergab ich dann ziemlich kläglich gleich zu Beginn der Crux. Ich erwischte die Zange für rechts schlecht und beim nachkorrigieren fiel ich raus. Im zweiten Versuch kletterte ich bis zum Dyno. Den Griff für links krallte ich aber viel zu weit oben und so konnte ich den Dyno nicht mehr sauber durchziehen. Nach einer kleinen Beta-Korrektur konnte ich "King Size" im dritten Versuch klettern. Viele weitere Anläufe hätte es sowieso nicht gegeben, denn die Züge sind sehr kraftraubend. 
Die direkte Einstiegsvariante "King Rise" wollte ich zuerst mit einem Move mit links beginnen. Aldo meinte, es wäre besser, gleich mit rechts die Zange anzuvisieren. Ich kletterte den Boulder mit Aldo's Methode, im fiel meine angedachte Abfolge leichter. Vielen Dank an Aldo und Heinz fürs Mitnehmen, Beta-Zeigen und alles!

Mittwoch, 11. Juni 2014

Gottardo Saisonstart


Gerade eben ist der neue Gotthardführer von Claudio Cameroni und Kollegen erschienen. Vorallem Giuliano, Milton und Pepe haben zahlreichen Linien eine Erstbegehung abgerungen. Giuliano ist Schuld daran, dass der neue Führer schon wieder nicht ganz aktuell ist, indem er gerade nach dem Erscheinen nochmals zwei neue Boulder kletterte. Der neue Führer ist sehr schön und liebevoll gestaltet. Ich kann ihn nur empfehlen.

Nach langer Zeit war ich endlich wiedermal mit meinem alten Boulderkollegen Andri unterwegs, der aufgrund einiger mühsamer Verletzungen lange gar nicht mehr klettern konnte. Nun geht es glücklicherweise wieder ein wenig besser, obwohl zu übles Pullen über längere Zeit noch nicht so gut ist. Um nicht gerade mit wilden Moves Schmerzen zu riskieren, starteten wir mit "V Commissione" (Bild oben), einer hohen Linie auf der Rückseite von "Pocket Rocket". Der Fels hier weist eigenartige Löcher auf, die man sonst im Gebiet selten antrifft. In "V Commissione" gibt es immer dort, wo man nicht unbedingt mehr auf Reibung antreten möchte, ein solches Loch zu finden. Für mich gehört diese recht unbekannte Linie zu den allerbesten am Gotthard.

Heute fühlten wir, dass auch wir langsam älter werden. Böschu verwürgte sich irgendetwas im Rücken und mir schmerzte noch die Schulter von letztem Freitag. Ich spürte immer noch, dass etwas nicht in Ordnung ist und war mir deswegen nicht sicher, ob ich "Pocket Rocket" überhaupt probieren sollte. Schliesslich sass ich mal ab und erreichte auf Anhieb den Griff, den ich jedoch nicht halten wollte. Ich befürchtete, dass die Schulter wieder schlimmer werden würde, da der angesteuerte Griff fast nur mit der rechten Hand aufgefangen wird. Irgendwann begann ich trotzdem zuzupacken und holte mir einen fiesen Cut. Nachdem der Blutfluss gestillt war, konnte ich "Pocket Rocket" klettern. Danach machten wir noch einige Züge am Dadaumpa-Block. Merci an Böschu für die friedliche Gottardo-Session...



Samstag, 7. Juni 2014

Susten Fotosession


Ein friedlicher Tag auf dem Sustenpass... Nachdem ich mir am Vorabend die Schulter verletzt hatte, nahm ich es gemütlich und konzentrierte mich vorallem aufs Fotografieren und Essen. Dodo holte sich eine saubere Begehung vom "Propellerhead" - bei suboptimalen Bedingungen. Gratuliere!